Termine für das Jahr 2018

Datum

Veranstaltung

Hinweis

03.03.2018 ACW-WE in Oelsen-Kröppa (Saalfeld) 1st VA Inf./Louisiana Tigers
24.03.2018 Jahreshauptversammlung MHDV
 14.04.2018 Frühjahrmanöver der Sächsischen Armee 1812 - Kraschwitz bei Altenburg 2. Leichtes Infanterieregiment
  Schlacht von Großgörschen 2. Leichtes Infanterieregiment
12.05.2018 Karl-May-Fest Radebeul MHDV Sachsen

05.-10.06.2018

220. Jahrestag zur Besetzung Maltas Sächs. Battalion 1806
23.06.2018 Tage des Donners - Bernau Artillerieveranstaltung
30.06.2018 152. Jahrestag Königgrätz sächsische Jäger
08.09.2018 Kanonendonner Festung Königstein MHDV
22.09.2018 Bundesmanöver 1863 - Oelsnitz/E. sächsische Jäger
03.10.2018 Herbsttreffen Old Manitou Radebeul MHDV
13.10.2018 Marsch und Gefecht Bleichlingen Infanterieregiment von Thümmel
  Schlacht von Jena/Auerstedt Infanterieregiment von Thümmel
 20.10.2018 Völkerschlacht Leipzig - Liebertwolkwitz 2. Leichtes Infanterieregiment
  Schlacht von Austerlitz (CZ) Infanterieregiment von Thümmel
01.12.2018 Jahresabschluß Old Manitou Radebeul MHDV

Die Termine werden rechtzeitig ergänzt!

1st Virginia Infantry

1st Virginia 1859
Das 1. Virginia Infanterie Regiment im Camp Robinson am 22. Mai 1859 (Hanover County Va.)

Unter den Freiwilligen Regimentern, welche am Bürger- bzw. Sezessionskrieg teilnahmen, konnte kein anderes Regiment eine so lange Tradition vorweisen wie das 1. Virginia Infanterie Regiment.
Die Ahnenreihe der "Old First" läßt sich bis zum 12. Juli 1661 zurückverfolgen. An diesem Tag war die erste urkundliche Musterung für das Regiment. Unter dem Kommando von Major William Harris wurden die Siedler-Milizen aus den Charles City und Henrico Counties, aus dem heutigen Gebiet von Richmond, für die Verteidigung gegen Indianer und Franzosen zu einem Regiment zusammengefasst.
Ein Jahrhundert später plante der Gouverneur von Virginia, Robert Dinwiddie, die Franzosen an den Mündungsgewässern des Ohio-Flusses beim Fort LeBoeuf anzugreifen. Zu diesem Feldzug wollte er die bestehenden Milizen in ein reguläres Infanterie-Regiment umwandeln und erteilte den Leutnants der Counties den Befehl, Freiwillige für die "Old First" anzuwerben.
Am 16. Februar 1754 ratifizierte der Council von Virginia den Feldzug des Gouverneurs und bestätigte die Aufstellung des Regimentes. 
Der erste Kommandeur des Regimentes war Colonel Joshua Fry, ein englischer Akademiker aus Oxford, Ratsherr und Mathematikprofessor am William & Mary College in Williamsburg. George Washington, der Major des Regimentes (später Oberstleutnant), befehligte eine 100 Mann starke Kompanie, welche sich aus Freiwilligen der Augusta- und Lord Fairfax Frederick-Miliz zusammensetzte.
Im April 1754 brach das Regiment, in einer Stärke von 306 Mann, von Alexandria zum Ohio-Feldzug auf. Bereits zu Beginn des Feldzuges erkrankte Colonel Fry und übergab das Kommando an George Washington. Am 28. Mai 1754 griff das Regiment bei Great Meadows eine französische Kolonne, welche aus Fort Duquesne kommend, an und besiegte sie. Das Regiment errichtete anschließend Fort Necessity, mußte aber angesichts der heranrückenden französischen Übermacht das Fort wieder aufgeben und nach Virginia zurückkehren.
Als Generalmajor Edward Braddock im Februar 1755 in Virginia eintraf, um den Oberbefehl über die britischen Streitkräfte in den Kolonien zu übernehmen, war das Regiment bereits auf 1.000 Mann angewachsen. Es beteiligte sich bis 1758 an allen Kämpfen während des französisch-indianischen Krieges, inklusive den misslungenen Feldzug gegen Fort Duquesne im Herbst des Jahres 1758. Die Einheit bestand zu diesem Zeitpunkt bereits aus 2.000 Mann und gliederte sich in einem First und Second Regiment (Colonel William Byrd) und wurde von George Washington geführt. Bereits im Dezember 1758 wurde das Second Regiment wieder abgemustert und Colonel William Byrd übernahm, nach George Washington'sAbschied, das First Regiment und führte es gegen die Cherokee-Indianer in Südwest-Virginia.
Im Jahr 1760 nahm William Byrd seinen Abschied und sein Nachfolger wurde Adam Stephans. Das Regiment wurde dann 1762 bei Fort Lewis (Augusta County) abgemustert, die Männer blieben aber weiterhin milizdienstpflichtig.
In der Amerikanischen Revolution von 1776 - 1783 war das "Old First" die erste Milizeinheit, welche bei Ausbruch der Feindseligkeiten mobilisiert wurde. Kommandeur wurde am 24. Juli 1775 Colonel Patrick Henry, welcher auch das Kommando als Oberbefehlshaber aller Virginia-Truppen erhielt. Unter Captain John Fleming musterte die Kompanie aus dem Henrico County als erste Einheit am 14. Oktober 1775 in das Regiment ein. Bis zum Sommer der Jahres 1776 waren alle Regimenter Virginias in Teile der Continental Line umgewandelt. Das Regiment kämpfte während der Revolution bei Trenton, Princeton, Monmouth und Yorkton.
Nach dem Waffenstillstand erfolgte eine Reorganisation der Virginia-Miliz. Der Richmond Distrikt sollte fortan drei Einheiten der Staatsmiliz aufstellen:
- das 19th Regiment aus Richmond City County
- das 23rd Regiment aus Chesterfield County 
- das 33rd Regiment aus Henrico County
Der Name "First Virginia" wurde nun fallengelassen und die Staatsmiliz nahm unter der neuen Bezeichnung am Krieg von 1812 gegen Großbritannien teil.
Nach den Ausbruch des Krieges gegen Mexiko (1846 - 1848) wurde 1846 das First Virginia Regiment wieder aufgestellt, mit zunächst drei Kompanien aus allen Teilen Virginias. Die 19th Virginia stellte dafür zwei Kompanien, die "Richmond Grays" unter Captain Robert G. Scott und die "Richmond Rangers" unter Captain Edward C. Carrington zur Verfügung. Das Regiment nahm als Troßbewachung am Feldzug von General Taylor gegen Monterey teil. Nach Ende des Krieges wurde das Regiment 1848 wieder abgemustert, existierte aber als aktive Bürgerwehr weiter.

1st Virginia 1859
Das 1. Virginia Infanterie Regiment mit den verschiedenen Uniformen der Kompanien


Am 1. Mai 1851 wurde durch Gouverneur John B. Floyd unter Berufung des Generalerlasses Nr. 1, dass 1. Virginia Infanterie Regiment neu aufgestellt. Dies geschah nachdem die Generalversammlung die Aufstellung ausdrücklich autorisiert hatte. Das Regiment setzte sich aus Milizeinheiten der Stadt Richmond und den benachbarten Counties Henrico und Chesterfield zusammen. In den folgenden 10 Jahren, nahm das Regiment an Zeremonien und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen der damaligen Zeit, neben der regelmäßigen Ausbildung teil. Im Gegensatz zu anderen regulären Milizeinheiten wurden nur gesunde Männer zwischen 18 und 45 Jahren zugelassen.
Der erste Kommandeur des Regiments war Oberst Walter Gwyn.

 
German Rifles
Mitglied der Kompanie "The German Rifles" um 1859

Im Jahre 1853 wurde er durch Thomas Pearson August abgelöst. August stand dem Regiment bis 1860 zur Verfügung, dann wurde er zum Brigadegeneral ernannt und übernahm in der 4. Division die 2. Brigade der Virginia Armee.
Bei Ausbruch des Bürger- bzw. Sezessionskrieges war Oberst Patrick Theodore Moore der Kommandeur des Regimentes, er wurde Ende 1862 verwundet und schied aus dem aktiven Dienst aus. Sein Nachfolger,Lewis Burell Williams Jr., führte das Regiment bis zum 3. Juli 1863, in der Schlacht von Gettysburg fiel Williams. Das Regiment wurde im allgemeinen Sprachgebrauch auch die "Williams Rifles" genannt. Der letzte Regimentskommandeur war Frederick Gustavus Skinner, er führte das 1. Virginia Infanterie Regiment bis zum Ende des Krieges.
Am 17.April 1861 erfolgte die Mobilisierung des Regimentes. Die nächsten Wochen wurde eine Neuorganisation des Regimentes vorgenommen. Zunächst wurde die am 19. April eingemusterte Artillerie-Kompanie mit 225 Männern und 6 Dahlgren-Geschützen ausgegliedert.

Georg Schliesser
Der Deutsche Georg Schliesser im Jahre 1861 als Mitglied der Kompanie D

Die Kompanie F und die "Richmond Light Infantry Blues" werden nach Fredericksburg geschickt, um die gemeldete Landung von Unionstruppen bei Aquia Creek zu überprüfen. Dies entpuppte sich jedoch als Falschmeldung. Die Trennung vom Regiment sollte eigentlich nur für kurze Zeit sein, jedoch wurden beide Kompanien aus dem Regiment ausgegliedert und auf andere Regimenter verteilt (12th VA Infantry).
Das Regiment bereite sich nun auf dem Krieg vor, es wurden Uniformen und Ausrüstung beschafft und die Mannschaften auf volle Stärke gebracht. Am 27. April hat das Regiment eine Stärke von 5.000(!) Mann. " The Richmond Gray's No. 2" ersetzte die bisherige Artillerie-Kompanie (F). Als letztes wurde die Militärkapelle angemustert. In ihr dienten Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren.In den ersten konfusen Monaten, nach Ausbruch des Krieges, gehörten der 1. Virginia Infanterie weitere verschiedene Kompanien an, welche aber nach und nach wieder ausgegliedert wurden.
Es erfolgt der Abmarsch nach Manassas, wo das Regiment am 26. Mai 1861 eintrifft. Das Regiment gehört zu General Longstreets Brigade. Am 18. Juli 1861 eröffnen die konföderierten Streitkräfte durch das 1. Virginia Infanterie Regiment, welches bei Sudley Springs steht und die Überschreitung des Bull Run durch Unionstruppen verhindern soll, die Schlacht. "Kein anderes Regiment kann von sich behaupten, in dieser Schlacht mehr geleistet zu haben als das alte 1. Virginia Regiment." berichtet General Longstreet nach der Schlacht. Das Regiment hält den Hauptstoß der Unionstruppen in der ersten großen Schlacht des Krieges auf.
Bei der Schlacht von Fredericksburg gehört das Regiment zur Brigade Kemper in Pickett's Division unter Longstreet. Das Regiment steht zunächst auf der rechten Flanke des Korps Longstreet. Es wird dann zur Verstärkung der Mitte befohlen. Während des Marsches richtet General Kemper folgende Worte an das Regiment: "Männer des ersten Virginia Regimentes - ihr die auf so vielen Schlachtfeldern hart gekämpft habt, verdient den Namen -BLUTIGE ERSTE-. Heute ersucht euch euer Land wieder, sich zwischen ihm und dem Feind zu stellen!"

General Kemper
Brigadegeneral James Lawson Kemper

Auf dieses reagierten die Männer mit dem gefürchteten Rebellenschrei, der über Meilen gehört werden konnte.
Am 3. Juli 1863 treten in der Schlacht von Gettysburg 209 Mann vom Seminary Ridge zum Angriff auf die Unionslinien an. Nach der Hälfte des Weges müssen sich die Männer auf Grund des starken Artilleriefeuers, durch Unionstruppen, auf dem Boden legen. General Kemper fordert, um seinen Angriff fortsetzen zu können, Verstärkung an. Jedoch können der Brigade keine weitere Verstärkungen gegeben werden. Der Angriff, später als Pickett's Charge bezeichnet, bricht zusammen. Die Truppen müssen sich unter schweren Verlusten zurück in ihre Ausgangsstellung ziehen. Von den 209 Männern, welche sich um 7:00 Uhr in ihre Ausgangsposition begaben, kehren nur 40 lebend und unverletzt gegen 16:00 Uhr zurück!

Pickett Charge
Pickett's Charge nach einem Gemälde von Edwin Forbes

Bei der Kapitulation in Appomattox ergeben sich am 9. April 1865 nur noch 17(!) Männer.
Das Regiment nahm an folgenden Schlachten und Gefechten im Sezessionskrieg teil:

 

Jahr Ort Datum
1861 Blackburn Furt (Virginia) 18. Juli 1861
  Manassas (Virginia) 21. Juli 1861
1862 Yorktown (Virginia) April - Mai (Belagerung)
  Williamsburg (Virginia) 05. Mai 1862
  Seven Pines (Virginia) 31. Mai - 1. Juni 1862
  Seven Days Campaign (Virginia) 25. Juni - 1. Juli 1862
  Frayser's Farm (Virginia) 30. Juni 1862
  Boonsborough (Virginia) 14. August 1862
  2nd Manassas (Virginia) 28. - 30. August 1862
  South Mountain (Maryland) 14. September 1862
  Sharpsburg (Maryland) 17. September 1862
  Fredericksburg (Virginia) 13. Dezember 1862
1863 Suffolk Campaign (Virginia) April - Mai 1863
  Gettysburg (Pennsylvania) 1. - 3. Juli 1863
1864 Plymouth (North Carolina) 17. - 20. April 1864
  Drewry's Bluff (Virginia) 16. Mai 1864
  Howlett House (Virginia) 18. Mai 1864
  North Anna (Virginia) 22. - 26. Mai 1864
  Clay Farm (Virginia) 16. Juni 1864
  Petersburg (Virginia) ab Juni 1864 (Belagerung)
1865 Petersburg (Virginia) bis April 1865 (Belagerung)
  Dinwiddie Court House (Virginia) 31. März 1865
  Five Forks (Virginia) 1. April 1865
  Saylor's Creek (Virginia) 6. April 1865
  Appomattox (Virginia) 9. April 1865 (Kapitulation)

 

 

 

1st Louisiana Special Battalion 
Co. B "The Tiger Rifles"

Keine andere Einheit der Konföderation bietet mehr Legendenstoff als das unter dem Kommando von Major Wheat formierte 1st Louisiana Special Bataillon.
Nun ein kleiner geschichtlicher Abriß:
Zu Beginn des Bürgerkrieges stellte der Staat mehrere Zouaveneinheiten auf, darunter die Inkerman Zouaven, die Tirailleurs Francaise, die Coppen´s Zouaves und die Louisiana Fire Brigade.

Coppen's Zouaves

1st Battalion Louisiana Infantry „Coppen´s Zouaves“ in New Orleans

Die wohl bekannteste wurde im Lauf des Krieges die berüchtigten "Louisiana Tigers" oder auch "Tiger Rifles" des Major Roberdeau Chatham Wheat.
Wheat war ein Abenteurer aus Virginia. Im mexikanischen Krieg 1846-1847 hatte er gekämpft, sich danach als Söldner bei den Revolutionen in Mexiko und Nikaragua verdingt, ehe er schließlich in die mexikanische Armee eingetreten war.
Die ruhige Zeit der frühen fünfziger Jahre behagten Roberdeau Chatham Wheat wenig, sodass er nach Italien reiste und sich Giuseppe Garibaldi anschloss, dessen Rothemden gerade für die Vereinigung Italiens kämpften.

Major R.C. Wheat

Major Roberdeau Chatham Wheat

Als Roberdeau Chatham Wheat schließlich von den Ereignissen in Amerikar erfuhr, begab er sich 1861 nach New Orleans und ersuchte um die Erlaubnis zur Aufstellung eines eigenen Bataillons.
In der größten Stadt des Südens (New Orleans) fand er die Möglichkeit, die richtigen Soldaten für seine Einheit anzuwerben: Matrosen, Hafenarbeiter, Säufer, Schläger, Knastbrüder, und sogar Freibeuter. Sein Bataillon umfasste schließlich 5 Kompanien:

  • Kompanie A - "Walker Guards"
  • Kompanie B - "Tiger Rifles"
  • Kompanie C - "Delta Rangers"
  • Kompanie D - "Catahoula Guerillias"
  • Kompanie E - "Wheat´s Life Guards"

Die Kampanie D "Catahoula Guerillias" kam allerdings erst etwas später zu der Einheit. Sie bildete einen wahren Kontrast zu den anderen Kompanien, den sie bestand hauptsächlich aus wohlhabenden Pflanzersöhnen.
Zunächst marschierte die Einheit zum Camp Moore im Norden des Landes. Dort erhoffte sich Wheat, weitere Kompanien anmustern zu können, um ein Regiment zu bilden. Er stiess jedoch auf Schwierigkeiten, welches weitere Rekruten abschreckte. Der konföderierter Soldat, W.A. McClendon berichtete so aus Camp Moore berichtete: "Ich bekam einen ersten Eindruck von Wheat´s Bataillon aus New Orleans. Sie sind alle Iren und sind in Zouavenuniformen gekleidet und sind bekannt als Louisiana Tigers, und Tiger sind sie, in Menschengestalt. Ich hatte richtig Angst vor ihnen; Angst, dass ich irgendwo im Lager auf sie treffen könnte und sie mich so behandeln würden, wie sie es mit Tom Lane aus meiner Kompanie taten; mich niederschlagen und halb zu Tode treten."

 
 
Tiger Zouaven

Tiger Zouaven nach einer Zeichnung von Don Troiani

Die Beschreibung McClendon´s über die Uniformierung der Tigers ist umstritten. Es wird davon ausgegangen, dass nur die Kompanie B "Tiger Rifles" in den prächtigen Zouavenuniformen gekleidet wurde. Auch ist die Entstehung nur unzureichend erklärt. Wie viele andere Einheiten, traten auch die Tigers zunächst in ziviler Mode den Dienst an
Die ursprüngliche Kleidung sollen, nach Earl J. Coates, blaue Arbeitsjacken und breitkrempige Strohhüte gewesen sein. Es könnte sich um typische Matrosenkluft der damaligen Zeit gehandelt haben. Später erhielten sie von dem in New Orleans lebenden Händler A.Keene Richards die berühmten Uniformen: roter Fez mit roter Troddel, blaue Jacken (mit oder ohne Verzierung, das ist ungeklärt), rote Hemden, rote Bauchbinden und gestreifte Hosen, nach einigen Angaben blau-weiß-rot, nach anderen nur blau weiß. Der rote Fez konnte allerdings die Strohhüte nicht dauerhaft verdrängen. Diese wurden mit Schmuckbändern verziert welche Sprüche wie "Tiger win or die", "Tigers in search of Lincoln" oder einfach "Tiger Rifles" enthielten.
Die Bewaffnung der Tigers bestand aus der Model 1841 U.S. Percussion Rifle, der sogenannten "Mississippi Rifle", Pistolen und den in den Südstaaten so beliebten martialischen Bowie-Messern. Die Gewehre kamen aus dem ehemaligen Unionsarsenal von Baton Rouge. Als Tornister wurden erbeutete US-Modelle benutzt. Das oftmals aufgemalte U.S. wurde von den Tigers einfach umgedeutet in "us" (uns).

Mississippi Rifle

Die Missisippi Rifle, das Standardgewehr des Battalions.

Am 9. Juni 1861 wurde das Bataillon in den Dienst der Konföderation übernommen und Wheat als Major zum Kommandeur gewählt. Wheat hatte noch lange Zeit darauf gehofft, als Colonel ein ganzes Louisiana-Regiment befehligen zu können. Doch wurden ihm immer wieder andere Anwärter voran gestellt. Schließlich erzielte er mit der Bezeichnung "Special"-Battalion einen Kompromiss, der die Einheit unabhängig machte. Die Tigers waren eine schwer zu bändigende Einheit, immer auf Raufereien aus. Nur dem stattlichen Wheat selbst gelang es, seine Männer zu zügeln. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass ihr Marsch nach Richmond von ständigen Ausschreitungen, Diebstählen, oder Schlägereien begleitet wurden. Auch in der konföderierten Hauptstadt selbst gebärdeten sich die Tigers so unmöglich, dass sämtliche konföderierte Brigadekommandeure sich zunächst weigerten, die Einheit aufzunehmen. Das Beispiel einer so zügellosen Truppe wäre zu gefährlich gewesen. Wheat´s Männer rückten schließlich in Richtung des Bahnknotenpunktes Manassas aus. Die Tigers wurden hier in General Cookes vorgeschobener Brigade auf dem linken Flügel eingesetzt. Ihnen zur Seite stand die 4th South Carolina Infantry unter Nathan G.Evans. Am 14. Juli bestanden die Tigers ihre Feuertaufe bei den Seneca Falls, als sie versuchten Unionseinheiten am Überqueren des Potomac zu hindern. Dabei wurde James Burns am Bein verwundet. Er war der erste Verlust der Tigers. Zwei Tage später zogen sich Evans Vorposten hinter den Bull Run zurück. Seine kleine Brigade sollte nun die Linke der konföderierten Stellungen um die Stones Bridge schützen.
Am 21. Juli versuchten vorgerückte Unions-Einheiten den Übergang über Stones Bridge. Bei dem folgenden Gefecht kam es, dass die Tigers von den Männern der 4th South Carolina wegen ihrer blauen Jacken für Unions-Zouaven gehalten wurden. Unter dem Feuer der eigenen Leute fielen die beiden Zouaven James Wilson und Hugh McDonald. Wohl wissend, dass es sich um ein Versehen der eigenen Leute handelte, machten die Tigers kehrt und feuerten zurück. Es wäre wohl zu einem wahren Massaker gekommen, wenn nicht Wheat persönlich vorbeigeprescht wäre, um seine aufgebrausten Männer zu bändigen. In den Morgenstunden befahl Wheat einen Angriff auf den Mathew Hill. Nach einer missglückten Attacke der D-Company wurden die Zouaven vorgeschickt. Im Schutze eines Maisfeldes schlichen sich die Tigers an die Unionslinie, Männer der 2nd Rhode Island Infantry, heran, feuerten eine Salve ab und stürzten sich mit barbarischem Geschrei auf die Yankees. Einige warfen ihre Gewehre weg und zückten ihre langen Mördermesser. Doch trotz des furchteinflössenden Anblicks behielten die Männer aus Rhode Island ruhig Blut und gaben auf kurze Distanz eine vernichtende Salve ab. Die Tigers flohen.
In diesem kritischen Moment trafen weitere konföderierte Verstärkungen unter General Bee ein, die die Lage stabilisieren konnten. Wheat sammelte seine Tigers, um Bee zu unterstützen. Als er seine Männer ins offene Feld führt, wird er von einer Kugel in der Achsel getroffen. Im schweren Feuer der Unionslinien zurückgetragen, rief Wheat seinen Männern noch zu, sie sollten sich zurückziehen. Doch die Tigers hielten stand. Der Feldarzt musste feststellen, dass die Kugel durch beide Lungenflügel gedrungen war und vermutlich Wheat´s Tod zur Folge haben würde, worauf dieser stoisch erwidert haben soll: "Ich glaube nicht, dass ich jetzt sterben muss."
Später in der Schlacht unterstützen die Tigers einen konföderierten Generalangriff. Unter schwerem Feuer rückten sie vor. Als Lieutenant Adrian von der B-Company im Bein verwundet wurde, rief er seinen Männern noch nach: "Tiger, greift nochmals an, greift an, meine Söhne. Gott möge mich verfluchen, wenn die Hundesöhne jemals die Tiger besiegen!" Von diesen Worten angefeuert stürmten die Tigers vorwärts und warfen die Männer der Union zurück. Robert Richie von der B-Company berichtete später im New Orleans Daily Delta: "Unser Blut kochte. Leben war wertlos. Die Jungs feuerten eine Salve und warfen sich dann auf den Feind, schlugen ihre Wachen mit dem Kolben nieder und gingen dann mit ihren Messern in den Nahkampf, "Grieche traf Grieche", die Leiden des Krieges waren gekommen... [Es] sah nicht aus, als würden Männer kämpfen...., [sondern als] würden Teufel sich in den Kampf mischen, fluchend, schreiend, stechend und würgend." Die Tigers kämpften selbstständig weiter, überrannten das 11th New York Infantry Regiment und erbeuteten zwei Geschütze aus Sherman´s Brigade.
Am Abend war der Kampf entschieden. Der Süden hatte gewonnen. Der Einsatz der Tigers war nicht unbedeutend gewesen. Ihr Kampf am Mathew Hill gab Beauregard Zeit seine Armee am Henry Hill zu sammeln. Und auch dort leisteten die Tigers mit Mut und Tapferkeit ihren Beitrag zum Sieg der Konföderierten. Die B-Company von Wheat´s Bataillon verlor bei der ersten Schlacht von Manassas 8 Tote und 38 Verwundete.
Die Tigers hatten sich einen Ruf als Feuerfresser erworben, doch blieben sie nach wie vor auch eine schwer zu bändigende Einheit. Selbst ihr Captain, Alexander White, war kein gutes Vorbild. Nach der Schlacht bei Manassas duellierte er sich mit Captain George McCausland, einem Adjutanten Evans, weil dieser ihn in der Ausführung von Befehlen kritisiert hatte. McCausland wurde verwundet und White kurzzeitig arretiert. Dies änderte sich jedoch, als zwei Tigers, Dennis Cochrane und Michael O´Brian, während einer Prügelei mit Männern der 7th Louisiana Infantry deren Colonel Harry T. Hays schlugen, als dieser das Handgemenge beenden wollte. Die Männer wurden vor ein Kriegsgericht gestellt und am 9. Dezember standrechtlich erschossen. Es war die erste Erschießung von Soldaten innerhalb der Nordvirginia-Armee. Nach diesem Vorfall zog etwas Ruhe in das Lagerleben der Tigers ein.
Wheat erholte sich über den Winter von seiner Verletzung. 
Im Frühjahr 1862 wurde er mit seinem Battalion einer Louisiana-Brigade unter General Richard Taylor unterstellt. Taylor gehörte der kleinen Shenandoah-Army Major Generals T.J. Jackson an. Hier bewiesen die Tigers ihren Wert als Soldaten. Jackson forderte seinen Männern Höchstleistungen ab. Endlos lange Märsche, mit enormen Tagesetappen brachte nicht nur den Tigers, sondern der ganzen kleinen Armee den Spitznamen "Jackson´s Foot Cavalry" ein. Die Tigers hatten jetzt auch längst Patina erhalten. Ihre einst farbenfrohen blauen Uniformen waren von der Sonne ausgeblichen und hatten im Dreck und Schlamm nun eine bräunliche Färbung erhalten.
Im Shenandoah Tal bewiesen die Tigers mehrfach ihren Mut. Sie kämpften am 7. Mai erfolgreich bei Somerville Hights. Zusammen mit der 7th Louisiana und etwas Kavallerie schlugen sie hier einen Angriff der 13th Indiana und des 1st Vermont Infantry Regiments zurück. Die Tigers verloren hier 2 Tote und 4 Verwundete. Am 23. Mai bildeten sie mit den Soldaten des 1st Maryland die konföderierte Vorhut im Gefecht bei Front Royal. Sie überrannten die Vorposten der kleinen Garnison. Die Föderierten wurden durch die Stadt getrieben und kamen erst auf einem kleinen Hügel dahinter zum Stehen. Doch sie waren weit unterlegen und mussten kurz darauf kapitulieren. Die Zouaven verloren 1 Toten und 6 Verwundete. Einen Tag später eroberten die Tigers einen Versorgungstrain der Union und waren in kleine Vorpostengefechte bei Middleton verwickelt. Am 25. Mai kam es zur ersten Schlacht bei Winchester, bei welcher die Tigers innerhalb der Louisiana Brigade erst einen Angriff der Unionskavallerie zurückschlugen und danach die Unionslinie umgingen. Im Sturm konnten Wheat´s Männer die Stellungen auf dem Bowers Hill einnehmen. Die Yankees flohen kopflos und bewiesen, dass sie dabei sogar noch größere Distanzen zurücklegen konnten, als Jacksons Foot Cavalry: 35 Meilen in 14 Stunden!
Die Tigers waren auch an den Gefechten bei Mount Carmel ( 2. Juni) und Port Republic ( 9. Juni) beteiligt. Bei letzteren verloren sie 2 Tote und 19 Verwundete.
Kurz darauf wurde Jackson zur Halbinsel beordert, um sich mit dem neuen Oberbefehlshaber der Nordvirginia-Armee, Robert Edward Lee, zu vereinen und den Vormarsch der Potomac-Armee aufzuhalten. Auch die Tigers marschierten nun wieder nach Süden.
Am 27. Juni wurden die Tigers in die Kämpfe um Gaines Mill verwickelt, als Lee versuchte den isolierten rechten Flügel von McClellans Armee zurückzudrängen. Der Angriff glückte nur zum Teil, doch die Tigers erlitten einen schweren Verlust: Major Wheat wurde auf kurze Distanz von einer Kugel in den Kopf getroffen. Er stürzte tot vom Pferd. Schockiert über den Tod ihres geliebten Kommandeurs, gerieten Wheat´s Männer erstmals in Panik und flohen. Neben Wheat verloren die Tigers weitere 5 Tote und 16 Verwundete.
Das Kommando über das Bataillon übernahm nun Captain Robert A.Harris, der kurz darauf auch die Beförderung zum Major erhielt. Unter ihm kämpften die Tigers noch bei White Oaks Swamp ( 30. Juni), Malvern Hill (1.Juli) und Cedar Run (9.August).
Aufgrund der hohen Verluste, das gesamte Bataillon umfasste nur noch 63 Mann, wurde die Einheit am 15. August aufgelöst und die Überlebenden auf andere Einheiten verteilt. Dies erfolgte mit Special Order No 185 der Armee von Nordvirginia:
Das Battalion Louisiana Volunteers, kommandiert von Major R.C. Wheat, verstorben, dezimiert zu weniger als 100 Mann, wird aufgelöst, und die Männer, die ihm angehören werden zu den in Virginia dienenden Louisiana-Regimentern versetzt.
Der Name "Louisiana Tigers" geriet jedoch nicht in Vergessenheit. Er wurde zum Ehrennamen der gesamten Louisiana-Brigade Taylors.

Von der B-Company wurden die Männer wie folgt verteilt:

Coporal J. Nichols zur C Company, 27th Louisiana Infantry
Pvt. J. Beggs zur Company B, 39th Battalion Virginia Cavalry
Pvt. S. Burke zur 3rd Company Washington Artillery
Pvt. E. Carr zur Company B, 39th Battalion Virginia Cavalry, oder Company A 11th Louisiana Infantery Battalion
Pvt. R. J. Cummings zur Company A, 28th Louisiana Infantry Regiment
Pvt. E. Daily zur Company B, 39th Battalion Virginia Cavalry
Pvt. S. Foley zur Company A, 2nd North carolina Artillery regiment, oder Captain Fry´s Virginia Light Artillery
Pvt. M Gallion zu Captain Byrne´s Kentucky Light Artillery
Pvt. C. Murray zur Company E, 7th Louisiana Infantry
Pvt. D. Quirk zur Company A 2nd Louisiana Cavalry
Pvt. D. Ryan zur Company K, 6th Louisiana Infantry
Pvt. A Scott zur Louisiana Guard Artillery
Pvt. J.S. Williams zur Company B, 39th Battalion Virginia Cavalry

Entlassen wurden:
2nd Lieutenant J. Brown
Corporal J.W. Carroll
Corporal R. Bristow
Pvt. J.H. Bizer
Pvt. J. Curran
Pvt. E. Daily
Pvt. J. Devlin
Pvt. Michael Kane
Pvt. S. Mulcachie
Pvt. J. MacCarty
Pvt. J. O´Donnel
Pvt. H. Smith
Pvt. M. Sullivan
Pvt. J. Thompson
Pvt. J. Travers
Pvt. H. Wilcox

Der amerikanische Sezessionskrieg 1861 - 1865

1. Vorwort

Ab Dezember 1860 traten nacheinander 11 Staaten aus der Union aus. Weitere Staaten konnte der Norden nur mit Gewalt am Austritt hindern. Am 08.02.1861 wurden in Montgomery (Alabama) die "Konföderierten Staaten von Amerika" ins Leben gerufen. Zum Präsidenten wurde Jefferson Davis gewählt. Die spätere Hauptstadt wurde Richmond in Virginia.
Die erste Amtshandlung der neuen Regierung, bestand in einem Friedensangebot an den Norden, die Staaten ziehen zu lassen.
Obwohl der Prozess der Loslösung von der Union als ein demokratischer Prozess beurteilt werden muss, der gerade auch von breiten Bevölkerungsschichten des Südens mit getragen wurde, betrachteten die herrschenden Kreise des Nordens den Austritt als Verfassungsbruch und Rebellion.
Tatsächlich war in der Präambel der Verfassung von 1778 zwar der Beitritt von Staaten geregelt, nicht aber ein möglicher Austritt. Jede Seite legte nun den fehlenden Passus in ihrem Sinne aus, so dass letztlich die Entscheidung durch Waffengewalt herbeigeführt werden musste.
Lincoln, der Präsident der Nordstaaten, vermied es bis zum Schluss, die Südstaaten formell anzuerkennen, obwohl viele pragmatische Entscheidungen im Verlaufe des Krieges (z.B. Gefangenenaustausch) eine solche Anerkennung de facto enthalten mussten. Auf diese Weise vermied er den Status des Aggressors für die einfallenden Nordstaatenarmeen, währenddessen die Südstaaten als Rebellenstaaten (Rebels) bezeichnet werden konnten.
Die Bevölkerung des Südens hat ungeachtet juristischer Spitzfindigkeiten, die einfallenden Nordstaatler als Aggressoren empfunden, gegen die man die Heimat verteidigen muss. Noch heute sind die Historiker in der Wertung dieses Sachverhaltes gespalten: Während eine Seite vom Bürgerkrieg spricht, verwendet die andere Seite den Begriff Sezessionskrieg ( the war between the states), eine Wortwahl, die implizit die Anerkennung der Südstaaten voraussetzt und damit den Vorwurf der Aggression aufrecht erhält.
Der Krieg gegen den Süden wurde vom Norden als Vernichtungskrieg mit brutaler Härte so geführt, dass insbesondere gerade die südliche Zivilbevölkerung darunter schwer zu leiden hatte. Unter anderem haben diese Form der Kriegsführung und die Ausplünderung des gesamten Süden nach seiner Niederlage zu dauerhaften Verletzungen geführt. Wie herzlich wenig Freiheit und Menschenrechte die nordstaatlichen Sieger interessierten, kann man daran erkennen, dass sich nach dem Krieg gerade die gefeiertsten Generale der Nordstaaten einen unrühmlichen Namen als Indianermörder im Westen der USA machten. Der Name Custer steht hier symbolisch für eine Vielzahl anderer.
Auch nach 140 Jahren schwelt der Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden der USA in vielerlei Formen weiter.

2. Einführung

Der amerikanische Sezessionskrieg war ein Schlüsselereignis der amerikanischen Geschichte. In einen Strom von Blut und Tränen einte er eine zerfallende Nation. In diesem Krieg starben mehr Amerikaner als in jedem anderen bewaffneten Konflikt, an dem amerikanische Soldaten teilnahmen, einschließlich des 2. Weltkrieges. Militärisch gilt der Konflikt als "der erste moderne Krieg der Weltgeschichte". Nie zuvor waren größere Heere auf die Schlachtfelder gezogen. Er beendete das Zeitalter der "begrenzten Kriege". Die militärtechnischen Neuerungen sprengten alle Dimensionen.
Es scheint, in den Ereignissen um die Jahre 1861 - 1865, sind alle wesentlichen kulturellen und ökonomischen Probleme, auch unser heutigen Zeit, wie in einer konzentrierten Säure enthalten. Es ist durchaus zu erwarten, dass die Geschichte des Sezessionskrieges und seiner Bewertung von jeder Generation neu geschrieben wird.

3. Wurzeln des Krieges

An der Mündung des James River (Virginia) wird 1607 eine Kolonie gegründet und "Jamestown" getauft. 1612 entstehen erste Tabakplantagen. An Mangel von Arbeitskräften werden afrikanische Sklaven ins Land geholt. 1619 lief in Jamestown das erste Sklavenschiff ein. Damit war das Muster der Kolonisierung des Territoriums südlich der Delaware-Bucht endgültig vorgegeben. Im Laufe des 17. Jahrhunderts gründen Adlige North Carolina und South Carolina, die ebenfalls von Plantagen- und Sklavenwirtschaft lebten.
Im Norden sah es anders aus. Hier standen die geographischen Verhältnisse einer Plantagenwirtschaft entgegen, denn auf dem Territorium von Pennsylvania erstreckte sich die Bergkette der Appalachen bis zum Ozean. Hier war das Land nur für kleinere Bauernhöfe geeignet. Das Klima war zu rauh für Tabak und Baumwolle, deren Anbau im Süden das Rückrat der Wirtschaft bildete. Dieses unwirtliche Territorium im Norden schien der englischen Regierung bestens dafür geeignet unliebsame Kleinbürger, welche gegen die Regierung rebellierten, anzusiedeln. Es wurden großzügig Ansiedlungslizenzen vergeben. Bald kamen auch die ersten Deutschen (Herrnhuter und Anabaptisten). Die ökonomische Basis der nördlichen Kolonien Massachusetts, Connecticut, Rhode Island, New York, New Jersey und Pennsylvania lag im Handwerk. Im Jahre 1767 kam es zu Streitigkeiten über den Verlauf der Südgrenze der Kolonie Pennsylvania. Die Geodäten Mason und Dixon legten die Grenze 40 Meilen südlich des 40. Breitengrades fest. In den nächsten 70 Jahren wurde die "Mason-Dixon-Linie" zur Grenze zwischen den Sklavenhalterstaaten und dem freien Norden, denn nach der bürgerlichen Revolution verbot nördlich der Mason-Dixon-Linie ein Bundesstaat nach dem anderen die Sklaverei. Nur Delaware bildete die Ausnahme. Im Süden war die Sklaverei der Angelpunkt der Wirtschaft, während der Norden zunehmend industrialisiert wurde.
Die Wurzeln des Bürgerkrieges in den USA sind in den sehr unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen der nördlichen und südlichen Kolonien und späteren Bundesstaaten zu suchen.

4. Der wirtschaftliche und soziale Hintergrund des Krieges

Durch die Expansion nach Westen wurden immer mehr Sklaven gebraucht, weshalb nach dem Einfuhrverbot von Sklaven aus Afrika, sich ein Teil der Plantagenbesitzer im Osten auf Sklavenzucht umstellten. Die Südstaatengesellschaft führte ein luxuriöses, dekadentes - und militärisches Leben. Mit der Expansion der Sklavenhalterstaaten nach Westen, der zunehmenden Auseinandersetzungen in den beiden Häusern des Kongresses über diese Expansion sowie über die vom Norden verhängten Schutzzölle auf Einfuhren aus England, die für den importabhängigen Süden lebenswichtig waren, wuchs in den Südstaaten das Gefühl, gefährdet zu sein. Schon 1827 drohten Senatoren der Südstaaten die Abtrennung von der Union an. Nach 1827 wurden in verschiedenen Südstaaten Militärhochschulen gegründet, wo die Söhne reicher Plantagenbesitzer ausgebildet werden. Die gut ausgebildeten Soldaten des Südens konnten ihre Qualität im mexikanischen Krieg von 1846-1848 zeigen.

5. Die ökonomische Disproportionen am Vorabend des Bürgerkrieges

Durch die geographischen und geologischen Unterschiede zwischen dem Norden und Süden wurden die systembedingten Disproportionen zwischen den Landesteilen noch weiter akzentuiert. Am Vorabend des Krieges hatten die 17 Nord- und 2 Grenzstaaten, die aktiv am Bürgerkrieg beteiligt waren und einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung der Unionsstreitkräfte leisteten enorme Vorteile an Bevölkerungszahl, Territorium, Industrie, Bodenschätzen und technischer Infrastruktur. In diesen Bundesstaaten lebten 19 Millionen Menschen. Dagegen zählte die Bevölkerung der 11 Südstaaten insgesamt 9 Millionen, von denen 3,5 Millionen Sklaven waren.
Der Norden verfügte über 81% der Industriebetriebe, 90% der Rohstoffe, 70% der Eisenbahnstrecken und 80% der Banken. Die mangelhafte Industrialisierung machte den Süden sehr importabhängig. Den größten Teil seiner Rohstoffe und Waren bezog er aus dem Norden. Luxusgüter und viele Industrieausrüstungen kamen aus England und Frankreich. England gehörte zu den größten Abnehmern der Baumwolle und des Tabaks aus dem Süden. Ein wichtiges Ereignis in der Wirtschaftsentwicklung des Nordens und des Südens sowie in der Beziehung zu England trat 1814 ein, als eine Textilfabrik zum erstenmal mit maschinengetriebenen mechanischen Webstühlen produzierte. Nun wurde die Textilindustrie im Norden konkurrenzfähig und gleichzeitig zunehmend von der Baumwolle aus den Südstaaten abhängig. Um den Absatz der eigenen Produktion zu sichern, verlangten die Fabrikherren des Nordens nach Schutzzöllen auf englische Importe.
Die Plantagenbesitzer, Handelsagenten und Reeder des Südens führten im Kongress einen erbitterten Kampf gegen die Schutzzollgesetze, den ihre Konkurrenten in den Norden einzuführen beabsichtigten. Im Süden machte sich das Gefühl breit, vom Norden unterdrückt zu werden.

6. Die Rolle der Wirtschaft und der Banken

Otto von Bismarck, ein erfahrener Politiker, der über die Machenschaften der Hochfinanz gut Bescheid wußte, bemerkte zum Amerikanischen Bürgerkrieg folgendes:
»Es kann nicht bezweifelt werden und ist mir mit absoluter Sicherheit bekannt, daß die Aufteilung der Vereinigten Staaten in zwei gleich starke Föderationen schon lange vor dem Bürgerkrieg von den stärksten Finanzmächten Europas beschlossen worden war. Diese Bankiers fürchteten, daß die Vereinigten Staaten, sollten sie vereinigt bleiben und sich zu einer einzigen Nation entwickeln, wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit erringen könnten, und diese hätte die weltweite finanzielle Vorherrschaft Europas bis ins Mark erschüttert. Natürlich kam der Stimme der Rothschilds im inneren Kreise der Finanz beherrschendes Gewicht zu. Sie sahen eine Chance auf reichliche Beute voraus, falls es ihnen gelingen sollte, die starke, selbstbewußte, stolze und selbstversorgende Republik durch zwei schwache Demokratien zu ersetzen, die unter der Last ihrer Schulden ächzten und jüdische Finanzmagnaten um Unterstützung anflehen würden. Folglich sandten sie ihre Agenten aus, um das Thema der Sklaverei auszuschlachten und eine Kluft zwischen den beiden Teilen der Union zu schaffen. Der Bruch zwischen dem Norden und dem Süden wurde unvermeidlich; die Herren der europäischen Finanz setzten alle ihnen zur Verfügung stehenden Kräfte ein, um ihn zu bewerkstelligen und zu ihren eigenen Gunsten auszunutzen.« 
"So wichtig die Banken für die wirtschaftliche Entwicklung waren, eine noch größere Rolle spielten sie in der Politik", oder: "Kapital ist selten gerecht" - Solche und ähnliche Andeutungen finden sich ab und an verschämt in der Literatur, aber mehr zwischen den Zeilen.
Über achtzig Prozent des Kapitals waren im Norden konzentriert, vorzugsweise in den sogenannten Neuenglandstaaten der Ostküste. Hier war das Nest des agilen und nimmersatten Yankeetums, für das der Kapitalertrag immer mehr Maßstab aller Dinge wurde und worauf sich wachsend der Zorn der Südstaatler richtete. In Boston, der damaligen Wallstreet, wurden die ökonomischen und politischen Fäden der Kapitaleffizienz gezogen, denen sich auch eine Regierung nicht entziehen konnte.
Im Norden, vor der Haustür, wurde die verarbeitende lndustrie ausgebaut. Der Süden sah sich immer mehr in der Rolle des Absatzmarktes und Rohstofflieferanten festgeschrieben. Man zwang den Süden, gegenüber den europäischen Produkten minderwertigere und teurere Produkte im Norden zu kaufen. Dem gegenüber wurden auf die Produkte des Südens im Norden hohe Schutzzölle aufgeschlagen. Die Zolleinnahmen der langen Küste des Südens flossen nach Norden. In breiten Schichten der Bevölkerung des Südens herrschte ein starkes Gefühl der Abhängigkeit und Ausbeutung durch die Yankeefabrikanten, Spediteure und Schiffahrtsgesellschaften vor.
Seit Beginn des Jahrhunderts mehrten sich deshalb die Stimmen im Süden, die sich fragten, was sie denn noch in dieser Union sollten? Tatsächlich war die Banken- und Handelspolitik des Nordens gegenüber den südlichen Staaten in vielen Zügen die Politik einer Zentrale gegenüber ihren Hinterhof, einer Rolle, die später andere lateinamerikanische Staaten übernehmen sollten. In diesem Sinne war die Sezession (Abtrennung) bereits vom Kapital des Nordens vorvollzogen, bevor der Süden sie tatsächlich nachzuvollziehen versuchte.
Das Gefälle der Kapitaleffizienz lenkte anscheinend schon früh das Hauptaugenmerk des Nordens auf die Weiten des Wilden Westens. Hier, vorzugsweise um die künftigen Strecken der Eisenbahn, freies Land und Gold verdichteten sich die Spekulationen der Anleger. Demgegenüber war der Süden mehr an einer Nord-Südverbindung interessiert. Eine solche Nord-Südverbindung hätte aber das Monopol nördlicher Speditionen und Schifffahrtsgesellschaften gefährdet. Die Erschließung des Westens blieb vorherrschendes Ziel im Norden. Das dazu fehlende Kapital wurde nach deren Niederlage, aus den ehemals konföderierten Staaten des Südens herausgesaugt. Angeheizt wurden die wirtschaftlichen Gegensätze zwischen Nord und Süd noch durch den Krimkrieg, der die freien Kapitalbestände der Bank of England restlos aufgezehrt hatte. Um freies Kapital anzuziehen, erhöhten die Briten drastisch den Leitzins, was zur Folge hatte, dass viele Aktionäre des Nordens der USA ihr Kapital aus den Unternehmen abzogen, um es gewinnbringender an die englischen Banken anzulegen. Massenarbeitslosigkeit und Elend in den Proletenghettos des Nordens waren die Folge. Wie zum Hohn verdoppelten sich gerade zu diesem Zeitpunkt die Baumwollpreise auf den Märkten. "King Cotton" bescherte dem Süden Traumgewinne, während der Norden für die überhitzte Industrialisierung an Bergen von Schuldzinsen für hauptsächlich aus England importierte Maschinen buchstäblich in die Knie ging. "Dieses Spekulantengesindel aus dem Norden kriegt jetzt das, was es verdient hat", höhnten die sogenannten "Eisenfresser" aus dem Süden, unverbesserliche Sklavereiverfechter, die nun ihrerseits die Sklaverei als wünschenswerte und vorbildliche Einrichtung verteidigten.
Eine unerhörte Tatsache, die aber in der amerikanischen Geschichte einen interessanten Bezug findet: Thomas Jefferson, der Philosoph der republikanischen Staatsverfassung, hatte das Wesen der Freiheit als Unabhängigkeit definiert. Dies setze einen Anteil am Produktivvermögen voraus. Ein Mensch, dessen Lebensunterhalt von anderen abhing, könne nie wirklich frei sein, und ebenso wenig könne eine abhängige Klasse die Basis einer republikanischen Regierung konstituieren. Die Südstaatler verwiesen hier auf das wachsende Industrieproletariat des Nordens, "weiße Lohnsklaven", deren Hundeleben im Süden kein Schwarzer freiwillig teilen würde. Jefferson hatte keine Probleme über Freiheit zu philosophieren und selbst Sklaven zu halten. In seinen Augen waren die Sklaven eine vorübergehende Erscheinung, die sich im Laufe der Zeit selbst einstellen würde.
Für die meisten Menschen im Süden waren die Vorhaltungen ihrer "Negersklaverei" ohnehin nur ein weiteres Mittel der verhassten geldgierigen Yankees aus dem Norden, dem Süden weiter das Genick zu brechen und weiter auszuplündern. Das Problem der Sklavenbefeiung wurde von der Presse der Nordstaaten auch gerade in dem Augenblick wirksam pathetisch aufgegriffen, als sich die wirtschaftlichen Spannungen zwischen Nord und Süd drastisch verschärften. Die Sklavenfrage war hervorragend geeignet, die Stimmung bei breiten Bevölkerungsschichten im Norden anzuheizen. Der Gegenpart der "Eisenfresser" im Süden war jener Typ des Radikalrepublikaners im Norden, bei dem sich Fortschrittsglaube, Kapitaleffizienz und Menschheitserlösung zu trefflich gewinnbringend miteinander verbanden. Die auf Ausgleich und Mäßigung drängenden Stimmen in Nord und Süd wurden immer mehr an den Rand gedrängt und als Abraham Lincoln, der als Sklavereigegner galt, obwohl er zunächst mehr eine gemäßigte Politik verfolgte, zum Präsidenten gewählt wurde, kam es zum Austritt von South Carolina aus der Union. Anlass hierfür war bezeichnenderweise eine neue Tabaksteuer des Nordens!

7. Die Antisklavereibewegung

Die Sklaverei bedrohte auch direkt die Interessen des sich entwickelnden Industrieproletariats des Nordens, denn sie drückte durch ihre Ausbreitung die ohnehin niedrigen Löhne. Schon 1781 war ein Negersklave namens Quork Walker in Massachusetts vor Gericht erschienen und hatte seine Befreiung eingeklagt. Sein juristisches Argument lautete, dass die Verfassung den Satz enthalte: "Alle Männer sind frei und gleich geboren". Der Richter bestätigte diese Tatsache und sprach Quork Walker frei. Dies war ein Präzedenzfall. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in fast allen Nordstaaten die Sklaverei aufgehoben. 1807 wurde die Einfuhr von Negersklaven verboten.
1820 wurde der "Missouri-Kompromiss" vom Kongress verabschiedet, welcher nördlich vom Breitengrad 36°03' und westlich des Missouri die Sklaverei für immer verbot. Dieser Kompromiss heizte die Auseinandersetzung an. Der Goldrausch in Kalifornien (1848) führte im Jahre 1850 zur Aufnahme des Territoriums als Bundesstaates, wodurch sich der Abschluss eines neuen Kompromisses erforderlich machte. Der alte Kompromiss wurde 1854 durch das Kansas-Nebraska-Gesetz abgelöst. Der Kampf um die beiden Staaten führte zur Bildung der "Republikanischen Partei". Ihren Aufstieg verdankte sie der äußerst gespannten Lage im Lande während der Präsidentschaft vom James Buchanan (1853-1861), einem offenen Anhänger der Sklaverei. Die "Demokratische Partei" wurde mehrmals gespalten und war nicht im Stande die Antisklavereibewegung zu schwächen.
Es gab auch Aufstände, die in der damaligen Atmosphäre tiefer Religiosität und emotionaler Spannungen von religiösen Fundamentalisten ausgelöst wurden. Der erste wurde vom Negersklaven und Prediger Nat Turner im August 1831 geführt. Der folgenschwerste wurde von dem weißen Farmer John Brown geführt. Am 16. Oktober 1859 kam es zu einem Ereignis, das die Nation allgemein erregte und zeigte, wie verhärtet die Fronten zwischen den Landesteilen inzwischen geworden waren. Der Fanatiker Brown überfiel mit 21 Männern das Bundesarsenal in Harpers Ferry und rief die Sklaven zur allgemeinen Rebellion auf. Während im Norden nicht wenige die Tat als Heldenstück feierten, herrschte im Süden tiefe Bestürzung und Empörung. Nach zwei Tagen wurde das Arsenal gestürmt und Brown gefangen genommen. Er wurde später hingerichtet.

8. Die Wahl Lincolns, die "Sezession" und der Vorabend des Bürgerkrieges

Abraham Lincoln erklärte 1858 in einer Debatte mit Douglas:
»Ich will klarstellen, daß ich nicht das Ziel verfolge und es auch nie verfolgt habe, für die soziale und politische Gleichheit zwischen der weißen und der schwarzen Rasse einzutreten, daß ich nicht dafür bin und es auch nie war, aus den Negern Wähler zu machen oder sie als Mitglieder von Schwurgerichten zuzulassen, ihnen den Zugang zu Ämtern zu öffnen oder ihnen die Heirat mit Weißen zu gestatten; ich möchte hinzufügen, daß zwischen der weißen und der schwarzen Rasse ein physischer Unterschied besteht, der meiner Überzeugung nach in alle Zukunft verhindern wird, daß die beiden Rassen in sozialer und politischer Gleichheit zusammenleben. Es muß eine Rangordnung geben, einen Höheren und einen Tieferen, und ich bin dafür, daß die weiße Rasse die Stellung des Höheren einnimmt.« 
Es ist auf jeden Fall falsch die Antisklavereibewegung als antirassistisch einzuschätzen. Der weiße Amerikaner war auf Grund seiner Erziehung nicht bereit, den Neger als vollwertigen Mitmenschen zu akzeptieren. Nur wer dieses erkennt wird die Widersprüche im Charakter Abraham Lincolns verstehen. Die Art Heiligenlegende, welche in den USA um Lincoln geschaffen wurde, ist nur zum Teil glaubhaft. Die Legende vom armen, ehrlichen, großen, sanftmütigen Befreier der Sklaven, vom Verfechter der Gerechtigkeit und Märtyrer wird durch manche Fakten gestützt. Seine Gegner machten sich über sein unschönes Aussehen und seine bescheide Herkunft lustig, das gemeine Volk nannte ihn "Hornest Abe" (ehrlicher Abe). Lincoln war Mitglied der Republikanischen Partei und seine Wahlkampfdebatten mit S enator Douglas (er war der Verfasser des Kansas-Nebraska-Gesetzes) machten ihn berühmt. Diese Debatten verschafften ihn in der Nordstaaten Ruhm und im Süden Hass!
Lincolns Haltung gegen die Sklaven änderte sich zwar im Laufe der Zeit, war aber nie völlig frei von Vorurteilen. Obwohl er den Negertruppen Gleichwertigkeit bescheinigte, blieb er bei der Meinung, die Mehrzahl der Weißen würde die Neger nie akzeptieren. Aus diesem Grund suchte er während seiner Präsidentschaft nach Wegen, die Negerbevölkerung nach Afrika zurückzuschicken oder außerhalb des Landes anzusiedeln. Die Südstaaten, denen selbst Lincolns Überlegungen zu radikal erschienen und die Opposition zur Sklaverei scharf verurteilten, drohten wiederholt damit, im Fall seiner Wahl aus der Union auszuscheiden. Am 6. November 1860 gewann Lincoln die Präsidentschaftswahlen, und am 20. Dezember 1860 erklärte South Carolina als erster Staat die "Sezession", die Trennung von den Vereinigten Staaten. Ihm folgten in den nächsten 5 Monaten Alabama, Arkansas, Florida, Georgia, Louisiana, Mississippi, North Carolina, Tennessee, Texas und Virginia.

Bundesstaat beigetreten ausgetreten
South Carolina*   20.12.1860
Mississippi 10.12.1817 09.01.1861
Alabama 14.12.1819 11.01.1861
Florida 03.03.1845 11.01.1861
Georgia*   19.01.1861
Louisiana 08.04.1812 26.01.1861
Texas 29.12.1845 01.02.1861
Virginia*   17.04.1891
Arkansas 15.06.1836 06.05.1861
Tennesee 01.06.1796 06.05.1861
North Carolina*   13.05.1861
* urspüngliche Gründerstaaten der Union

Schon am im Februar 1861 konstituierten sich 6 dieser Staaten zu einem Staatenbund unter der Bezeichnung "Konföderierte Staaten von Amerika" mit Montgomery (Alabama) als Hauptstadt. Im selben Monat traten die ehemaligen Senatoren und Abgeordneten dieser Staaten zum Kongress der CSA zusammen. Zum Präsidenten wurde der ehemalige USA-Kriegsminister Jefferson Davis gewählt. Die Nordstaaten betrachteten das neue Staatsgebilde als nicht legitim, sie waren jedoch 4 Jahre lang politische Realität. Sie funktionierten als unabhängiger Staat mit eigenen Streitkräften, eigener Regierung und eigenem Finanzwesen.
Trotz großer Anstrengung erreichten die CSA niemals die Anerkennung der europäischen Regierungen, obwohl viele durchaus geneigt waren.
Dies zusammen mit der allgemeinen internationalen Lage und der Drohung der Union, jegliche Hilfe für die Südstaaten mit wirksamen Maßnahmen zu begegnen, isolierte die CSA-Regierung. Als Lincoln Anfang April 1861 nach Washington umsiedelte, war die Lage keineswegs klar. Die CSA wurde proklamiert als Lincoln noch nicht in sein Amt eingeführt wurde. Die alte Administration regierte noch bis Anfang März des Jahres nach der Präsidentenwahl. So konnte Lincoln praktisch keinen Einfluss auf die Bedingungen für die Führung des Bürgerkriegesnehmen. Die alte Regierung war gelähmt und schaute der Spaltung der einstigen Vereinigten Staaten tatenlos zu.

9. Die ersten Schüsse

Bereits am 26. Oktober 1860 schrieb Generalleutnant Scott an Präsident Buchanan, die Bevölkerung des Südens sei für einen Austritt aus der Union und könnte als Vorspiel sich mit Hilfe der Milizen der wichtigen Küsten- und Hafenbefestigungen in den Südstaaten bemächtigen. Der Hafen von Charleston (South Carolina) war einer der wichtigsten an der Ostküste und mit entsprechenden Verteidigungsanlagen versehen. In der Mitte der Bucht erhob sich auf einem kleinen Felsen das noch unvollendete Fort Sumter. Am 20. Dezember 1860 trat South Carolina aus der Union aus und erklärte alle Militäranlagen zum Eigentum des Staates von South Carolina. Das Arsenal von Charleston wurde von Miliz besetzt. Da South Carolina vorerst allein dastand, wagte man keinen direkten Angriff auf die Unionstruppen, welche sich im Fort Moultrie befanden.
Der Kommandant der Unionstruppen, Major Anderson, zog sich in einer Nacht- und Nebelaktion am 26. Dezember 1860 mit seinen Truppen in Fort Sumter zurück.
Im Laufe des Januars schieden Mississippi, Florida, Alabama, Georgia und Louisiana aus der Union aus. Der Präsident der Konföderierten Staaten Jefferson Davis hielt den Krieg für unvermeidbar. Davis ernannte Brigadegeneral Pierre Beauregard zum Befehlshaber aller in Charleston befindlichen Festungsanlagen. Beauregard erhielt Befehl Lincolns Vereidigung am 4. März abzuwarten, in der Hoffnung, dass die Unionstruppen Fort Sumter freiwillig räumten.
Lincoln wies am 4. März 1861 die Konföderation darauf hin, dass der erste Schuss von ihrer Seite fallen müsste, um den Bürgerkrieg auszulösen.
Lincoln entsandte eine Flotte, um den Unionstruppen in Fort Sumter zu helfen. Vom 11. zum 12. April 1861 erreichte die Flotte die Mündung der Bucht von Charleston. Nun gab General Beauregard die Hoffnung auf eine friedliche Übergabe auf und ließ Major Anderson die Aufforderung zur Kapitulation überbringen. Anderson lehnte ab, wies aber darauf hin, dass die Nahrungsmittel zu Ende gingen und das man sich noch etwa 5 Tage lang halten könnte. Die Konföderierten misstrauten dem Angebot.
Am 12. April 1861, 3.20 Uhr schickte Beauregard eine Botschaft an Anderson, dass er um 4.00 Uhr das Feuer eröffnen werde. Um 4.30 Uhr feuerte die Mörserbatterie der Konföderierten im Fort Johnson den ersten Schuss im Bürgerkrieg ab.
Damit begann der größte Krieg auf amerikanischen Boden, welcher bis zum 9. April 1865 dauerte und mit der Niederlage der Konföderierten Staaten von Amerika endete.
Zu den ersten ernsthaften militärischen Auseinandersetzungen kam es im Frühjahr 1862. Der Norden versuchte, den Süden durch eine Seeblockade von lebenswichtigen Einfuhren abzuschneiden, die Kontrolle über wichtige Wasserwege und Forts im Westen zu gewinnen und Richmond, die Hauptstadt der Konföderation, zu erobern. Trotz der der erdrückenden Übermacht der Union benötigte sie vier Jahre für den Sieg. Die Hauptgründe waren die überlegene Führung der Südarmeen in den ersten beiden Kriegsjahren und die Tatsache, dass der Süden sich auf eine defensive Strategie beschränken konnte. Im Osten schlug General Robert E. Lee zwei Einfälle in Virginia zurück und stieß in den Norden vor. Doch im Juli 1863 wurde er bei Gettysburg entscheidend geschlagen. Inzwischen beherrschte die Union die Flüsse Mississippi und Tennesee. 1864 wurde die Blockade wirksam. General Grant rückte in Virginia vor, während General Sherman seinen Marsch durch Georgia und South Carolina begann; im Frühjahr 1865 schließlich war der Süden geschlagen.
Das wechselnde Kriegsglück ließ die Bedeutung der Eisenbahn deutlich werden: Der Norden konnte auf ein dichteres Schienennetz zurückgreifen, das die Agrargebiete mit den Verbrauchern in den Städten verband, während das weitmaschigere Netz des Südens vor allem dazu bestimmt war, die Produkte der Plantagen in die Häfen zu transportieren. Nahrung war häufig knapp, und Bemühungen der Konföderation, sich Nachschub unterhalb des Marktpreises zu beschaffen, stießen auf erbitterten Widerstand der Zivilbevölkerung. Dagegen konnte die Wirtschaft des Nordens den Bedarf für den totalen Krieg decken, ohne die Zivilbevölkerung zu überfordern. Bald litten beide Seiten an Kriegsmüdigkeit. Wer, wie die meisten Südstaatler, keine Sklaven beschäftigte, war immer weniger bereit, die "Sklavokratie" zu unterstützen, während man im Norden, nachdem die Proklamation zur Sklavenbefreiung im Januar 1863 rechtskräftig geworden war, nicht mehr bereit war, "für die Nigger zu kämpfen".
Die wahren Sieger des Krieges waren die großen Unternehmer und Banken des Nordens. Deren Entfaltung ging mit der wirtschaftlichen Modernisierung einher, auf die sich der Sieg des Nordens in letzter Instanz gründete.

Das Kräfteverhältnis zwischen Union & Konföderation:
  Union Konföderation
Gesamtbevölkerung
2,5
1
Freie Männer 18 - 60 Jahre
4,4
1
Freie Männer 18 - 60 Jahre im Militärdienst
44%
90%
Sozialprodukt
3
1
Eisenbahnkilometer
2,4
1
Handelsmarine (Tonnage)
9
1
Kriegsmarine (Tonnage)
25
1
Industrieproduktion
10
1
Textilgüterproduktion
14
1
Eisenproduktion
15
1
Kohleförderung
38
1
Schusswaffenproduktion
32
1
landwirtschaftlich genutzte Fläche
3
1
Zugtiere
1,8
1
Viehbestand
1,5
1
Weizenproduktion
4,2
1
Maisproduktion
2
1
Baumwollproduktion
1
24

 

10. Nachwort

Die Geschichte der Vereinigten Staaten ist gerade auch die Geschichte des Ringens zwischen den gestaltenden demokratischen Kräften der breiten Massen des Volkes mit den Finanz- und Wirtschaftseliten des Landes.
Die Finanz- und Wirtschaftseliten versuchten schon sehr früh, den Aktiengewinn als alleinigen Regler aller gesellschaftlichen Prozesse und Maßstab aller Dinge durchzusetzen. Insbesondere als sich das Kapital in den sogenannten Neuenglandstaaten an der Ostküste zu konzentrieren begann, ein Prozess, der durch den Export des britischen Frühkapitalismus durch Massen englischer, puritanischer Einwanderer beschleunigt wurde.
Der wirtschaftliche und machtpolitische Schwerpunkt der Vereinigten Staaten verschob sich damit zunehmend von Süd nach Nord. Zunächst gab es noch starke Gegenkräfte, die einer Anarchie des Kapitals gegensteuern konnten.
Andrew Jackson, der siebente Präsident der Vereinigten Staaten bezeichnete einst die private Bank als "Schlange der Korruption", den Reichen und Mächtigen gegenüber unterwürfig. Sie stand nach Jackson für den Fortschritt weniger, auf Kosten vieler. Und Jackson, der jede private Bank als seinen persönlichen Feind betrachtete, ruhte nicht eher, als bis auch die letzten Einlagen der privaten Banken von Staatlichen Landesbanken übernommen worden waren.
Diese restriktive Finanzpolitik wandelte sich in den Folgejahrzehnten mit der Verschiebung ihres Schwerpunktes nach dem Norden in ihr Gegenteil: In eine Anarchie der Marktkräfte. Die Geschichte als Zweipunktregelung, von einem Extrem ins andere!
Der Krieg zwischen Nord und Süd aIs reiner Wirtschaftskrieg war nach diesen totalen Sieg des Kapitals über alle gesellschaftlichen Gegenkräfte nicht mehr zu verhindern. Hauptkriegsziel des Nordens war die gewaltsame Sicherung der Absatzmärkte im Süden für nördliche Produkte, die auf dem europäischen Markt aufgrund ihrer Qualität und ihres Preises nicht absetzbar waren.
Dass sich an diesen pragmatischen Strukturen und Zwängen viele Hoffnungen, Leidenschaften und auch hohe Ideale der Menschen ankristallisierten, belebt die Vorgänge und schafft durchblutete, lebendige Geschichte.
Es bleibt wohl eine Eigenart aller Zeitgenossen, dass sie ihre Handlungen, denen meist pragmatische Zwänge und Gründe Zugrundelagen, im Nachhinein gern verklärt sehen möchten. In diesem Sinne ist die Rolle der Sieger wesentlich dankbarer als die des Besiegten, der zu seinen eigenen Verfehlungen oft genug noch die Schuld des Siegers "in die Schuhe geschoben" bekommt.
Nur eine offene Aufarbeitung der Geschichte und ihre vorbehaltlose Annahme und Akzeptanz wirkt dahingehend, dass die Urenkel nicht die Verspannungen und Probleme ihrer Vorfahren ausleben müssen. Aber es bleibt in erster Linie gerade auch ein Domizil der Amerikaner, ihre eigene Geschichte immer neu aufzuarbeiten. Und ihr größter Krieg beschäftigt die Amerikaner bis heute ungebrochen. Manche sprechen von der "unendlichen Geschichte". Man darf voraussetzen, dass das Thema auch in Zukunft die Gemüter beunruhigen wird, denn die Wurzeln des Konfliktes sind hochaktuell und die eigentliche, ökonomische Aufarbeitung dieses Konfliktes steht uns sicher erst noch bevor. Man kann es sich nämlich sehr einfach machen und den Sieg der Nordstaaten einfach als den der moderneren Produktionsverhältnisse über die des erstarrten Südens auffassen. Der Fortschritt fordert eben seine 0pfer.
In der Zwischenzeit hat sich die Marktwirtschaft der USA seit der Reaganregierung immer mehr zu einem Marktfundamentalismus gemausert. Der "sharehoulder value", der Gewinn des Aktionärs , wird immer mehr zum alleinigen gesellschaftlichen Regler und zum Maßstab aller Dinge. Der Eigendynamik des ungebremsten Kapitals wird eine sakrale Erlösungskraft zugeordnet die sie, allerdings mit geänderten Vorzeichen, in eine Reihe mit fundamentalistischen Heilslehren stellt. Diese Strömung, auch als "Neoliberalismus" bezeichnet, schwappte insbesondere seit der Reagan-Ära nach Europa , fegt hier die sozialen Marktwirtschaften von der Bildfläche und demontiert die europäische Kultur.
Marktwirtschaftliche Aspekte dringen immer mehr in Bereiche ein, in denen sie nichts zu suchen haben : Bildung, Medizin, Kunst, Kultur, Sport, Recht, Privatsphäre und Familie. Sie führen zu einer irreparablen Deformation der Gesellschaft.
Die Politiker, deren poIitischer Handlungsspielraum durch den Wirtschafts- und Kapitalpragmatismus immer mehr eingeengt wird, werden immer mehr zu Almosenverteilern und der Unterschied zwischen den einzelnen Parteien schwindet immer mehr.
Damit steigt die Politikverdrossenheit und das Volk wird vom gestaltenden Staatsbürger zum desinteressierten Privatpöbel, zum Verbraucher, dessen dominantes Organ nicht das Gehirn sondern die Verdauung ist. Dazu kommt, dass die Eliten wachsend versuchen die Parlamente zu kaufen. Für die breite Masse ist dieser Prozess nicht ohne weiteres transparent, da insbesondere die bedenklichsten Tendenzen durchweg mit positiven Begriffen besetzt sind, die da lauten: modern, liberal, Verkrustungen beseitigen, auf das Morgen vorbereiten, innovativ, fortschrittlich e.t.c. Die Politiker Ihrerseits werfen entweder das Handtuch weil alles sowieso zu spät ist, rennen der Entwicklung noch voraus oder sind überhaupt nur noch mit sich selbst beschäftigt.
Die Chance eines eigenständigen, europäischen Gesellschaftsmodells ist durch die Einigung über die Währung vertan. Damit ist das klare Primat des Marktes gegenüber jeder eigenständigen Politik besiegelt. Ein Viertel aller Reichtümer der Erde gehört heute ca.300 Menschen, der Konzentrationsprozess des Kapitals wird in 20 bis 30 Jahren dahin geführt haben, dass die ganze Erde vielleicht 100 Menschen gehört und so weiter.
Was war dann diese Demokratie im Endeffekt: eine handfeste Diktatur des Kapitals! Und so sieht's aus, diese Systemschäden haben eben auch bei Gettysburg gesiegt! 
Vielleicht wäre es für alle Europäer besser gewesen, es hätte zwei amerikanische Staaten gegeben. Dann würde Europa heute von der amerikanischen Lebensart nicht erdrosselt werden und hätte bessere Chancen, seinen eigenen Lebenspuls zu finden.
Ein Grund mehr, auch für den gemütvollen und traditionalistischen Süden eine Lanze zu brechen. Vielleicht fühlen viele instinktiv so, die Heute die graue Uniform tragen oder es waren eben doch die prägnanteren und abenteuerlicheren Kerle, die gegen die Übermacht der Union den Stachel zu lüpfen wagten, denn das Zahlenverhältnis der Weißen Nord zu Süd betrug etwa 3,5 zu 1 und die wirtschaftliche Überlegenheit des Nordens war von Anfang an erdrückend. So hatten Armeen des Südens lange Zeit gegen doppelt so starke Unionsarmeen zu kämpfen und waren bis in die Mitte des Krieges trotzdem meist siegreich.
Der Süden hatte lediglich anfänglich den Vorteil des besseren Offizierskorps (die Militärakademien waren vorwiegend im Süden) der zunächst besseren Soldaten und der besseren Moral(!). Diese Vorteile mussten sich im Verlaufe des langen Krieges aufzehren.
Der Stoff des Ganzen ist so gewaltig und differenziert, dass die große Gemeinde der Hobbyisten, die heute diese Geschichte nachstellen, immer etwas zum erzählen hat. Und die Gemeinde dieser Hobbyisten zählt in der Welt Zehntausende.
Die Deutschen haben einen besonderen Grund, sich für den amerikanischen Krieg zu interessieren, da insbesondere viele Deutsche nach der 48-er Novemberrevolution emigrierten. So finden wir auf beiden Seiten viele Landsleute wieder, insbesondere auf Seiten der Union, in deren Armeen in ganzen Einheiten durchgängig deutsch gesprochen wurde. Da man als Geschichtsnachsteller, Reenactor, eine ganze Menge Teilhobbys verbinden kann wie: träumen, Schwarzpulverschießen, historisch campen, am Lagerfeuer sitzen, reiten, fechten, lesen, philosophisch reflektieren, seine Jagdtriebe ausleben, sich verkleiden e.t.c. verwundert es nicht weiter, dass sich auch in Deutschland Tausende mit diesem Hobby beschäftigen, eine Gemeinde, die stetig wächst.

Stefan Müller/Rico Fankhänel (1996!)

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