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2tes leichtes königlich-sächsisches Infanterieregiment (1810-1815)

Nach der Niederlage von Jena und Auerstedt mit den verbündeten Preußen, trat Sachsen dem Rheinbund bei und geriet damit in französische Abhängigkeit, welche mit der Erhebung des Churfürsten zum König durch Napoleon belohnt wurde.
Im Gegenzug musste Sachsen für den weiteren 1806er Feldzug Truppen bereitstellen, welche hauptsächlich bei der Belagerung von Danzig teilnehmen. (Als Literaturempfehlung: Christian Friedrich Frenzel (1750-1864): Erinnerungen eines sächsischen Infanteristen an die napoleonischen Kriege...)


Der Feldzug von 1809

Im Feldzug gegen Österreich mussten wieder Truppen gestellt werden. Das sächsische Armeekorps unterstand dem Befehl von General Bernadotte. Hier wurden aus den Schützenabteilungen der Regimenter zwei schwache Schützenbataillone gebildet, welche sich in dem Feldzug bestens bewährten und mehrfach in Berichten an den König lobend erwähnt wurden. Die Schützen behielten die Uniform ihrer Regimenter, so dass die Bataillone sehr farbenfroh aussahen.
Der Feldzug offenbarte aber Schwächen in der sächsischen Militärstruktur, so dass nach dem Feldzug die sächsische Armee grundlegend reformiert wurde.


Aufstellung der leichten Infanterie

Bereits zum Ende des Feldzugs wurde Beschlossen die beiden Schützenbataillone zu Regimentern aufzustocken. Noch in Preßburg wurden diese teilweise neu uniformiert. Sie erhielten Tzschakos nach französischen Vorbild sowie schwarzes Lederzeug. Die genaue Uniformregulation erfolgte allerdings erst später im Zuge der Reorganisation im Jahre 1810. Als Gründungsdatum der leichten Regimenter kann der 1. Mai 1810 festgesetzt werden.
Kommandeur des 2ten leichten Regiments wurde Oberst Tettenborn.

nach A. Sauerweid
Schütze der leichten Infanterie nach Alexander Sauerweid

 

Die beiden leichten Regimenter sowie das kleine Jägerkorps wurden zur leichten Brigade unter dem Brigadegeneral General von Sahr zusammengefasst. Die sächsische Armee bestand aus zwei Divisionen, die 1. Division unter General Le Coq, welcher zunächst die leichte Infanteriebrigade angehörte. Die 2. Division wurde von General von Gutschmidt befehligt. Bei der Ausbildung tat sich vorallem General Le Coq hervor, der König machte ihn zum Chef des 1ten leichten Regiments, das fortan seinen Namen trug.


In Rußland 1812 - 1813

In Vorbereitung zum Rußlandfeldzug wurde die sächsische Armee als VII. Corps (21. & 22. Division) unter dem Befehlshaber General Graf Reynier in die Grosse Armee eingegliedert.
Die leichte Brigade wurde aufgelöst und die beiden leichten Regimenter wurden auf die Divisionen aufgeteilt, das 1te Regiment kam zur 1ten, das 2te Regiment zur 2ten Division. Das Jägerkorps nahm nicht am Feldzug teil und verblieb in Sachsen.

General Graf Reynier

 

Im Feldzug zeichneten sich die leichten Regimenter besonders aus. Selbst der Kommandeur General Graf Reynier sah sich veranlasst, die Schützen mehrfach positiv in seinen Berichten zu erwähnen.
Der Feldzug riss große Lücken in den Reihen der leichten Infanterie, wie im gesamten sächsischen Armeekorps. Nach der Zerschlagung des sächsischen Armeekorps am 14. Februar bei Kalisch trafen im März 1813 trafen die Reste in Dresden ein und es erfolgte die Neuaufstellung der Regimenter, welche auf geringer Bataillonsstärke geschmolzen waren.

 

Feldzüge 1813-1815

In der Schlacht bei Bautzen (22. Mai 1813) und dem folgenden Gefecht von Reichenbach wurde die sächsische Armee inkl. der leichten Regimenter stark gefordert! Unter dem Augenschein Napoleons warfen die leichten Regimenter die russischen Truppen vom Töpferberg.
Die Kämpfe zogen sich bis Schlesien hinein und die leichten Regimenter schmolzen wieder zu Bataillonen zusammen. Nach dem Waffenstillstand wurden Beide wieder auf Regimentstärke gebracht.
Es folgte der folgenreiche Herbstfeldzug. Das sächsische Armeekorps schmolz nach den Schlachten von Großbeeren (23. August 1813) und Dennewitz (6. September 1813) wieder dahin und die Stimmung der Truppen gegen Napoleon nahm an Stärke zu, da er ihnen die Schuld an den Niederlagen gab.
In der Völkerschlacht bei Leipzig (17.-19. Oktober 1813) gingen die größten Teile der sächsischen Truppen auf der Seite der Alliierten über.
Nach der Völkerschlacht wurde die geschmolzene sächsische Armee neu organisiert und die leichten Regimenter wieder aufgefüllt.
Die sächsischen Truppen sollten nun unter dem Kommando des kaiserlich-russischen Generals Herzog Karl-August zu Sachsen-Weimar in Flandern operieren. Die Aufgaben waren unter anderem den Ausfall der französischen Garnison von Antwerpen zu verhindern und die Sicherung der Versorgungsstraßen. Am 30. April 1815 wurde der Feldzug offiziell beendet. Die Truppen wurden über die Stationen Antwerpen, Aachen, Koblenz, Aachen nach Lüttich versetzt.
Am 20. Januar 1815 erging der Befehl an den kommandierenden General Kleist von Nollendorf alle Maßnahmen vorzubereiten, um die sächsischen Truppen zu teilen. Dies geht auf die Maßnahmen des Wiener Kongresses zurück.
Als die Teilungsabsicht den sächsischen Truppen bekannt wurde, gab es unter diesen eine gehörige Unruhe. Vor dem Dienstsitz Generals Blücher kam es zu Handgemengen, so dass Blücher gezwungen war, vor den Toren der Stadt zu nächtigen.
Der zutiefst in seinem Ehrempfinden betroffene Oberbefehlshaber lies ohne stand gerichtliches Verfahren 4 Meuterer sofort hinrichten.
Die Teilung wurde bis zum 29. Juni 1815 durchgeführt. Alle nun in den abzutretenden sächsischen Landesteilen an Preußen beheimatenden Soldaten, wurden für die preußische Armee neu verpflichtet. Entscheidend war der Geburtsort der Soldaten.

Anmerkung zur Darstellungseinheit
2. Bataillon - 4. Kompanie im Feldeinsatz!
Weiterführende Informationen findet Ihr hier (ext. Link zu Facebook)!

Reenactment
Im Feldeinsatz


Quellen:
- alle Bilder Wikipedia
- "Die Sächsische Armee 1810-1813" - Bunde/Gärtner/Stein
- "Die Sächsische Armee zur Zeit Napoleons" - Gülch
- "Erinnerungen aus dem Feldzuge des Sächsischen Corps unter dem General Grafen Reynier im Jahr 1812" - Generalleutnant von Funck
- "Die Geschichte der königlich-sächsischen leichten Infanterie" - Albrecht Ernst Stellanus Graf von Holtzendorff
- Stamm- und Rangliste der Königlich-Sächsischen Armee 1810,1811,1812